Torloses Unentschieden ermauert
Da stellt man sich heute die Frage, ist man zufrieden oder nicht. Kann man mit der Leistung zufrieden sein oder nur mit dem Ergebnis? Klar, mit dem Ergebnis sind, ausser den Bayern, sicher alle sehr zufrieden. Kann man aber auch mit gefühlten 20% Ballbesitz, 3:120 Torschüssen und 20% gewonnener Zweikämpfe zufrieden sein? Oder war es eher ein Spiel, bei dem man sich schämen sollte, Eintracht-Fan zu sein? Selbst der Reporter auf Arena, ok Fritz Taxi ist eh ein ausgeprochener Bayern-Spezi, aber wenn der schon daherredet, so ein einseitiges Spiel habe er seit Jahren nicht mehr gesehen, aber es sei ja im Profifussball nicht verboten, das komplette Spiel 100% nur auf die Defensive zu setzen, mmmh kann man dann mit dem Spiel zufrieden sein? Mir ging es heute komischerweise so, daß wenn die Millionentruppe aus München in der 91. Minute noch den Siegtreffer markiert hätte und damit hab ich eigentlich fest gerechnet, selbst dann hätte ich mit einem Schulterzucken gesagt, ok das ham se sich auch verdient. Das kann eigentlich nicht gut gehen und in den meisten Fällen ging es auch nicht gut. Letztendlich war die gewählte Zerstörungstaktik aber wohl das einzig mögliche und der Erfolg gibt Friedhelm Funkel letztlich auch recht.
Funkels Entscheidungen
So langsam scheint Friedhelm Funkels Zeit wirklich abgelaufen zu sein. Christoph Spycher im Interview nach dem Spiel, machte mir auch den Eindruck, als wäre es aus seiner Sicht ein Fehler, auf Albert Streit zu verzichten. Leider kann Funkel die Suspendierung so einfach auch nicht mehr rückgängig machen, ohne sein Gesicht zu verlieren. Im Nachhinein war es wohl doch falsch, auf diesen Spieler zu verzichten. Vielleicht sollte man ein wenig mehr auf die Leistung in den letzten Spielen achten und weniger auf die Trainingsleistungen. Es gibt nunmal Spieler, die sich im Training nicht unbedingt aufdrängen, aber dann im Spiel gute Leistungen bringen. Copado war auch so einer und wurde letztendlich wegen fehlendem Trainingseifer weggejagt. Aber nochmal zurück zu Funkel. Er hat sicher genug Erfahrung, die Mannschaft noch zu retten und es würde mich auch nicht wundern, wenn er es tatsächlich schaffen würde, aber und jetzt zum Aber. Meiner Meinung nach ist das zu wenig. Mir stören folgende Dinge:
- Fehlende Motivation.Man weiss natürlich nicht, was in der Vorbereitung auf das Spiel so geredet wird oder was in der Halbzeit in der Kabine los ist. Heute sollen ja mal laute Worte gefallen sein. Mich stört es eher, wie selbstverliebt und stur sich Funkel in den Interviews gibt. Alleine heute vor dem Spiel die Aussage, es ist nur ein wichtiges Spiel und nicht das entscheidende. Rein rechnerisch stimmt das wohl, aber könnte es nicht sein, daß es bei den Spielern eher so ankommt, wie “naja, wenn wir heute nicht gewinnen, dann halt ein andermal”. Zumindest hat mir die Mannschaft heute mal wieder den Eindruck gemacht, als hätte sie keine Ahnung, auf was es in der jetzigen Situation ankommt.
- Die ständigen Spielerwechsel. Haben wir auch nur einmal mit der gleichen Elf zwei Spiele hintereinander bestritten. Gibt es sowas wie eine Stammformation? Ist irgendwas eingespielt? Oder gar automatisiert? Klar, für die Verletzten kann keiner was. Trotzdem, man hat den Eindruck, wer im Training drei mal mehr als ein anderer um den Platzt rennt, der spielt im nächsten Spiel. Man muss nur noch eine Position für ihn finden. Egal wie schlecht er in den letzten Spielen war. Meiner Meinung nach spielt hier auch zum grossen Teil Sympathie eine Rolle. Nicht umsonst werden Meier, Huggel und Thurk als Funkels Lieblinge bezeichnet.
- Fehlende Taktik. Hat sicher auch was mit den vorherigen Punkten zu tun. Offensiv oder Defensiv? Was spielen wir heute? Und wer spielt heute? Und auf welcher Position spielt wer heute? Ich glaube, ausser Nikolov, Spycher und Kyrgiakos weiss keiner so richtig, ob er spielt, wo er spielt und was er spielen soll. Fink im DM, dann wieder rechts im Mittelfeld. Dort übrigens total fehl am Platz. Viel zu langsam, falsches Stellungsspiel etc. Thurk im Mittelfeld, auf dem Flügel, in der Spitze. Ja wo denn noch alles? Spielt er demnächst mit Huggel zusammen im DM?
- Die ewige Schönrederei. Von übermächtigen Gegnern wird gesprochen, nach und vorallen noch schlimmer sogar vor den Spielen. Von kommenden Spielen gegen Gegner auf Augenhöhe usw…Wie hört sich das denn an? Wird den Spielern hier eingetrichtert, daß man gegen die ersten 12 der Tabelle sowieso keine Chance hat? Oder hat man für eine Niederlage dann gleich ein Alibi geschaffen? Mann muss auch mal mit einem Punkt zufrieden sein usw…Igelt sich die Mannschaft deswegen nach jeder Führung mit 10 Mann im eigenen Strafraum ein und bettelt noch um den Ausgleich? Weil ein Punkt ja auch ganz toll ist? Ich kann es nicht mehr hören!
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